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Lieber Leser,

Ich bin nun restlos tief in die Übersetzung der RawPedia eingetaucht, habe mit jedem Absatz bemerkt, dass eine Übersetzung wichtiger und für alle Nutzer effektvoller ist, als hier bei mir Tutorien darüber zu schreiben. … Insofern hier und jetzt nur eine kurze Zwischenmeldung zu den Neuigkeiten mit Version 5.

Nutzung unter Linux

Ich weiß, ich wiederhole mich gegenüber Teil 1. Aber noch mal Zusammenfassend mit Links:

Im Prinzip geht das. Als ich Anfang des Jahres auf meinem Laptop Kubuntu drauf hatte und noch die vorhergehende RT-Version mit der Paketverwaltung installiert hatte, lief sie. Wenig später stürzte sie schon beim Start ab. Den gleichen Effekt habe ich auch nach Deinstallation und Installation von Version 5. Mehrfach versucht: Stürzt beim Start oder kurz danach ab.

Offenbar gibt es hier eine Unverträglichkeit mit den Abhängigkeiten der Bibliotheken, die unter Linux über die Paketverwaltung dazugesetzt werden. Im Gegensatz zu Windows, wo schon bei der Compilierung alle Bibliotheken mitgelinkt und in der Distribution verpackt werden.  Ich glaube nicht, dass das RT-Team hier irgend eine Schuld trägt.

Aus dem Grund von mit praktiziert und zu empfehlen: Die Windowsversion mit Wine installieren. Das läuft jedenfalls wie am Schnürchen. Und ich nutze diese Installation um während der Übersetzung der RawPedia Details zu prüfen, die ich möglichst genau in deutsch beschreiben will.

Wer unter Linux hier Infos benötigt, hier schon mal die inoffizielle Übersetzung: Einstieg – Linux-Nutzer sowie Mit Linux unter Wine.

Farbprofileinstellungen

Bezüglich Monitor und Drucker/Belichter gibt es jetzt zusätzlich zu den Einstellungen im Einstellungsdialog auch Auswahlfenster im Editor am unteren Bildschirmrand. Hier öfters umzuschalten ist eher etwas für Poweruser und für Kollegen, die nicht nur für Web, sondern auch für Druck bzw. Belichtung arbeiten. Das ist jetzt keine echte Innovation. – Für Gelegenheitsnutzer eher eine Fehlerquelle, hier durch versehentliches Draufklicken etwas umzustellen, dass nicht gewünscht ist und von dem der Gelegenheitsnutzer noch nicht ausreichend viel versteht. Mir wäre es lieber die Felder wären verdeckt und man muss sie erst durch ein Icon aufklappen. Erst recht, da man hier auch selten hin- und herschalten muss.

Retinex – Bildschleier entfernen

Zum Glück hat „TooWaBoo“, einer der zum Entwicklerteam gehörenden Kollegen, in Version 5 eine fabelhaft gute Übersetzung aller im Programm verwendeten Texte geschaffen. Und zum Beispiel beim Werkzeug Retinex die Bedeutung „Bildschleier entfernen“ dahinter geschrieben. Ein neues Werkzeug, dass sich in die Belichtungswerkzeuge einreiht und das Bild deutlich kräftiger wirken lässt, wenn es flau-grau ist. Eigene Tests habe ich noch nicht gemacht. – Genugend Fleisch für Tutorials und Tests gibt es also.

Wavelet-Werkzeug

Gleich eine ganze Werkzeugbox ist neu. Wer den Kontrast nach Detailstufen schon angewendet hat (ich tue es fast immer), kennt diese Art der Bearbeitung. Dieses Werkzeug gibt es noch immer am alten Platz unter den Details. Es beruhte schon bisher auf einer Technologie der Zerlegung des Bildes in unterschiedliche Auflösungen, um das mal vereinfacht zu beschreiben. Ich darf das so vereinfacht formulieren: ich weiß, wie es mathematisch funktioniert 😉 Diese Zerlegung wurde weiter verfeinert, heißt, mehr Parameter dem Nutzer zur Verfügung gestellt. Und neben dem Kontrast wurden noch einige weitere Filter auf dieses Verfahren übertragen.

Das alles wird dem Nutzer noch nicht viel sagen. Um es noch mal in einem Satz zu sagen: Die Funktonen unter diesem Reiter können getrennt auf die unterschiedliche Auflösung der Details im Bild angewendet werden. Vielleicht schon mal auf die RawPedia im Englischen schauen. Im Deutschen harren die Werkzeuge noch der Übersetzung entgegen. Und erst in dem Rahmen werde ich selbst damit experimentieren – und sicher auch berichten.

Nach Skalierung schärfen!

Das Überraschungswerkzeug schlecht hin: Bisher konnte man nur im Maßstab des Raw schärfen. Oft sinnlos, weil es der Rauschminderung widersprach. Schärfen macht eigentlich erst Sinn in dem Maßstab, der dem Betrachter präsentiert wird. Bisheriger Workflow gerade, wenn man Bilder fürs Web gemacht hat: RawTherapee-Bearbeitung -> Speichern (Entwickeln) in der Zielauflösung -> nochMalRawTherapee oder ein anderes Grafik-Tool und bezogen auf das Endformat und die Endauflösung: Schärfen.

Das geht jetzt „fast“ in einem Zug.

Warum „fast“?

Weil man das Ergebnis nicht in der Vorschau prüfen kann. Man muss speichern, dann in einem Bildbetrachter das Ergebnis öffnen und gegebenenfalls entscheiden, die Schärfung in RawTherapee zu ändern und nochmal auszugeben.

Mir ist zwar klar, warum man das vorerst so gelöst hat. Ich bin mir aber sicher, dass das in der nächsten „Stable“ anders gelöst wird. Denn diese Schärfen-Funktion ist sehr viel entscheidender in der Endverarbeitung, als die Schärfungsmöglichkeit der Detail-Werkzeuge.

Stabilität

So. Damit wären wir am Ende. Aber ich möchte noch ein Wort zum Thema Stabilität sagen: „Hervorragend“!

Mehr ist nicht zu sagen. Ich habe gegenüber der 4.2 keinen einzigen Absturz erlebt. Daten waren auch schon früher nie weg gekommen. Aber jetzt entfällt jegliche Ablenkung durch einen Neustart. Für mich ist „Stabilität“ ein Feature schlecht hin. Bildbearbeitung führe ich also inzwischen guten Gewissens mit Version „RT 5.0-r1-gtk3“ aus. Unter Kubuntu als Wine-Installation und unter Win7.

Liest man das Forum bezüglich Fehler im Programm, findet man noch so einige Details, die korrigiert werden. Aber im Großen und Ganzen und auch im Maßstab der Intensiv-Nutzung ist RawTherapee derzeit auf Extrem-Level. Besten Dank an alle Entwickler und vor allem demjenigen, der den Maßstab der Qualitätskontrolle vorgibt!