(Das Thema „JPG-Export-Qualitätsprobleme mit RawTherapee“ kommt später noch (oder wird mit Version 5 behoben). Hier die anderen Ärgernisse und Lösungen, soweit möglich.)

Update: Dieser Beitrag bezieht sich vorwiegend auf RawTherapee-Version 4.2.1! RawTherapee 5 ist inzwischen raus. Hier gehts zum ersten Test-Berichts-Teil. Version 5 macht sich nicht schlecht. Vor allem bezüglich der in diesem Artikel beschriebenen Probleme.

Intro

Ich hatte es ja hier schon angekündigt, dass RawTherapee auch richtig nerven kann. Nämlich genau dann, wenn man in kurzer Zeit sehr viele Bilder zu produzieren hat, und jeder negative Handgriff nicht nur ein Handgriff zu viel ist, sondern auch eine weitere Minute weniger Schlaf bis zum nächsten Morgen bedeutet!

Um Eines positiv vorweg zu nehmen (!): Keiner der vielen Filter und Einstellmöglichkeiten führt in der aktuellen stabilen Version für einen Absturz oder Ärger.  Während ich zwar mit der Rauschminderung nicht ganz so zufrieden bin, wie das, was NeatImage schafft, so lassen sich beide Tools hier gut kombinieren: Zuerst NeatImage und im Notfall noch mal mit RawTherapee mindern, wenn man meint, das Tone-Mapping sehr hoch drehen zu müssen.

Windows UND Linux

Meist nutze ich Windows als Betriebssystem, weil da das Meiste von dem, was ich im Digitalleben so brauch, sehr gut und ausgereift funktioniert. Mit der Windows10-Quängelei (Update-Nerverei unter win7 und später Windows-Update-Zwang mit allen Tiefen nach Win10-Installation) rücke ich aber nun zu Linux-Ubuntu. Genau: Kubuntu, also der KDE-Variante mit dem schönen funktionalen Plasma-Desktop.

RawTherapee habe ich aber bisher nur unter Windows verwendet. Und die Klagemauer kann nun folgendes in ihre Schlitze stecken:

  • Abarbeitung der Warteschlange führt zu ständigen Abstürzen
  • Nach Ablage in die Warteschlange (oder auch nicht) und Neuwahl eines Bildes im Editor stürzt RawTherapee sehr oft vollständig ab.

Zum Glück, und das ist absolut positiv (!): Die Warteschlange, wie auch alle Profilfiles besitzen beim Absturz den aktuellsten Stand. Das heißt, man verliert keine Arbeit! Nie. Aber der Neustart, der eine ganze Weile dauert, nervt gewaltig! Schließlich muss man sich nach dem Start wieder bis an das nächste zu bearbeitende Bild heranpirschen.

Lösung 1

Bei den genannten Problemen kann ich zum ersten Punkt Entwarnung geben. Vor der Entnervung steht nämlich „sinnloses Rumprobieren“. Und zu den Abstürzen bei der Warteschlange habe ich einen simplene Work-Arround gefunden:

Unmittelbar nach dem Starten der Abarbeitung der Warteschlange SOFORT die Ansicht wechseln. Entweder die Ordnerauswahl oder in den Editor schalten. Und hunderte Files in der Warteschlange werden über die folgenden Stunden ordnungsgemäß abgearbeitet.

Lösung 2

Gibt es (fast) nicht! Zumindest am Ende meiner Prozesskette, bei der ich auch die Auflösung und den Ausschnitt vorgebe und dann das Bild in die Warteschlange lege (oder auch nicht; kommt auf’s selbe), hängt sich RawTherapee auf, sobald ich das nächste Bild auswähle.

Lösung 2 – fast

Gestern habe ich die Nerven verloren: Ich habe die aktuelle Version in der WinXP-32-Bit-Distribution installiert. Obwohl Win7-64Bit läuft. Und noch mal einige hundert Bilder gefinished. Und ja: Kann ich nur empfehlen! Das Fehlerbild gibt es auch da. Aber, warum auch immer, sehr, sehr viel seltener!

Lösung Linux: gescheitert

Mit Kubuntu, der Ubuntu-Variante mit Plasma-Desktop:

Da hatte ich doch gedacht, dass die Entwickler vor allem Linux vor Ihren Augen haben und da alles wie geschmiert läuft. Fix mal installiert und getestet: Ging auch erst mal. Doch 3 Tage später: RawTherapee mit Mausklick gestartet, braucht seine übliche Zeit zum Laden, blitzt kurz auf und verschwindet ins Nirwana!

Und dabei blieb es. Meldungen dazu gab es auch an verschiedener Stelle im Netz. Habe bisher keine Lösung gefunden. Geht einfach nicht mehr. (Neuinstallation? Ja, habe ich auch probiert. Hilft nicht. Geht einfach nicht mehr. Und ich bin kein Linux-Neuling!) An einer Stelle fand ich dann den guten Tipp, RawTherapee in der Windows-Compilation mittels Wine unter Linux zu installieren. Na, Danke! Da kam ich gerade her.

Entlastung und Belastung

Zur Entlastung der RawTherapee-Entwickler muss man zwei Punkte anführen:

  • Sämtliche Programmfunktionen innerhalb des Programms arbeiten absolut fehlerfrei in der stable-Version.
  • RawTherapee wird für zig Plattformen compiliert.

Die hier genannten Fehler enstehen immer dann, wenn über das Betriebssystem Dateisystemzugriffe notwendig sind. Dazu sind je nach Betriebssystem die entsprechenden Bibliotheksfunktionen aufzurufen. Unter Windows bedient sich RawTherapee der Microsoft C-Library-Runtime. Wie es unter den anderen Betriebssystemen ist, kann ich nicht einschätzen. Das, was sich die Entwickler hier zutrauen, ist ganz hohe Schule der Softwareentwicklung! Das muss man ganz klar sagen.

Aber ich wünsche mir, dass die Entwickler mal eine Zeit lang keine der so schönen und wichtigen Bildbearbeitungsfilter optimieren oder erweitern, sondern einfach die Stabilität für alle Plattformen gegen 100% führen. Das ist schwer. Aber das ist notwendig, um die vielen Bildbearbeitungsprozesse mit Erfolg auch in der Bildmassenfertigung anzuwenden.

Und die Massenfertigung kann uns jeden treffen. Wenn auch nur kurzzeitig. Irgendwann ist jemand von unseren Bildern überzeugt und wir werden beauftragt in Null-Komma-Nix einige Hundert anzufertigen.

Beste Grüße an das Entwicklungsteam, in der Hoffnung, hier weiteren Fortschritt zu schaffen!


Die haben mich glatt beim Schreiben mit der nächsten Version, RawTherapee 5 überholt. Hier der erste Test-Berichtsteil.